Von der Jahrestagung zur Städtepartnerschaft: Wie ein DeMoGe-Kontakt zur Kooperation zwischen Kassel und Arkhangai führte

Manchmal beginnen große Projekte ganz klein, etwa mit einer einzelnen Begegnung, die niemand hätte planen können. So war es auch bei der Kooperation, die die Stadt Kassel und die mongolische Provinz Arkhangai kürzlich auf den Weg gebracht haben. Und die DeMoGe war von Anfang an mittendrin.
Die Geschichte beginnt Ende 2018. Zu dieser Zeit hatte die DeMoGe intensiven Kontakt zu Dendev Terbishdagva, der kurz zuvor in den Ruhestand gegangen war und danach auch seine Beratertätigkeit für den Mongolischen Präsidenten beendet hatte. Terbishdagva schrieb damals an einem Buch „Im Jahr des Roten Affen“ und wollte dessen Erscheinen mit Vorträgen in Deutschland begleiten. Da er langjähriges Mitglied der DeMoGe ist , wandte er sich mit dieser Idee an uns.
Wir halfen bei der Konzeption der Vortragsreihen, warben in unseren Mitgliederkreisen dafür und organisierten selbst mehrere Lesungen – einmal sogar im Rahmen einer Jahrestagung der Gesellschaft.
Genau bei diesen Veranstaltungen lernten sich Dendev Terbishdagva und Frank Börner kennen, der ehemalige Bürgermeister von Gudensberg und ebenfalls DeMoGe-Mitglied. Aus diesem Kennenlernen entstand mit der Zeit eine gemeinsame Idee: eine Kooperation zwischen ihren jeweiligen Heimatregionen.
Anfang Juli berichtete die Hessische Allgemeine über eine gemeinsame Erklärung, die die Stadt Kassel und die mongolische Provinz Arkhangai am 19. Juni in der Provinzhauptstadt Tsetserleg unterzeichnet haben. Im Zentrum stehen erneuerbare Energien. Kasseler Unternehmen wollen sich unter anderem an Wind- und Solarparkprojekten in der Region beteiligen, Weitere Themen sind nachhaltige Infrastruktur, Fachkräfteentwicklung, Wissenstransfer sowie Landwirtschaft und Tourismus. Rechtlich bindend ist die Erklärung nicht, sie bildet aber den Rahmen für eine künftige Zusammenarbeit.
Angeführt wurde die Kasseler Delegation von Wirtschaftsdezernent Matthias Nölke, begleitet unter anderem von Vertretern der regionalen Energiewirtschaft, der Universität Kassel und des Regionalmanagements. Auch Frank Börner war mit dabei, inzwischen ist er ehrenamtlicher Botschafter für kommunale Entwicklungspartnerschaften des Bundesentwicklungsministeriums. In dieser Funktion hatte er entscheidende Vorarbeit für die Zusammenarbeit zwischen Kassel und Arkhangai geleistet.
Die vom Bundesentwicklungsministerium geförderte Reise führte die Delegation zudem nach Ulan Bator. Als nächster Schritt soll nun eine weitere Projektförderung eingeworben werden, um die Vorhaben konkreter auszuarbeiten. Für Ende 2026 ist bereits ein Gegenbesuch einer mongolischen Delegation in Kassel geplant.
Wir werden die weitere Entwicklung der Kooperation zwischen Kassel und Arkhangai mit Freude verfolgen – und freuen uns schon jetzt auf den Gegenbesuch der mongolischen Delegation Ende des Jahres.
Weitere Berichterstattung zum Thema: https://www.hna.de/kassel/kassel-plant-wind-und-solarparks-in-mongolischer-provinz-arkhangai-94387569.html
